- Goethe in guter Gesellschaft -

Goethe-Gesellschaft Bonn e. V.


Motto:


Man will Wahrheit, man will Wirklichkeit und verdirbt dadurch die Poesie. 




Programm:


Dienstag, 28. Januar 2020, 19.30 Uhr Stiftung Pfennigsdorf

Villa Poppelsdorfer Allee 108 / 53115 Bonn


» ›Sehnsucht ins Ferne‹ – Literarisch-musikalische Hommage zu Goethes Gedichtzyklus Chinesisch-deutsche Jahres-

und Tageszeiten«


Gesprächskonzert und eigene Vertonungen von und mit KATHRIN BEDDIG (Flöte), Pfinztal


J. W. von Goethe interessierte sich zeitlebens für fremde Sprachen und erfasste feinfühlig deren sinnbildliche Hin- tergründe. Treffsicher integriert Goethe diese Symbolik in seine Poesie und lässt vielgestaltige Landschaftsbilder ent- stehen, die auf faszinierende Weise sowohl von deutschen als auch von chinesischen Traditionen inspiriert und zugleich sehr persönlich sind. Zu Unrecht sind die Gedichte aus dem Zyklus Chinesisch-deutsche Jahres- und Tageszeiten relativ unbekannt geblieben, denn sie zeigen ebenso viel inneren Reichtum und Tiefe wie Goethes bekannteste Meisterwerke. So wie die traditionelle chinesische Landschaftsmalerei auch Träger chinesischer Lebensphilosophie ist, weisen »bunt geblümte« Wiesen und »schlanker Weiden Haargezweige« weit hinaus in ein Zeitloses und Allgemeingültiges. Die »Sehnsucht ins Ferne« beflügelte seinerzeit den Dichter wie auch heute die Musik in den Gedicht-Vertonungen, die die Lesung begleiten.



Mittwoch, 12. Februar 2020, 19.30 Uhr

VHS Bonn / Mülheimer Platz 1 / 53111 Bonn


»Goethe als Manager«


Vortrag von

PROF. DR. GEORG SCHWEDT, Bonn


Weitgehend unbekannt ist, dass Goethe in seinem langen Leben stets auch Manager war, zunächst als Verwaltungsbe- amter im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, in seinen umfangreichen persönlichen und brieflichen Kontakten, in der Führung und Förderung von Mitarbeitern, als Theaterdirektor, Bibliothekar, Kurator der Universität Jena, in der Organisation von Kunst und Wissenschaft, in der Planung und Durchführung seiner zahlreichen Reisen. Auch in der Or- ganisation seines täglichen Zeitmanagements, als privater Geschäftsmann, der seine Werke geschickt zu vermarkten wusste, war er nach heutigen Maßstäben sehr erfolgreich.



Donnerstag, 19. März 2020, 20.00 Uhr (!)

VHS Bonn / Mülheimer Platz 1 / 53111 Bonn Raum 3.49 


MITGLIEDERVERSAMMLUNG 2020 (Im Anschluss kleine Gastronomie)



Donnerstag, 30. April 2020, 19.30 Uhr Stiftung Pfennigsdorf

Villa Poppelsdorfer Allee 108 / 53115 Bonn


»Unter Goethes Augen –

Die Erziehung des Weimarer Erbprinzen Carl Alexander durch den Genfer Frédéric Soret«


Vortrag von

INGRID RUFFLAR, Bonn


»Er ist ein gar trefflicher, reiner Mensch und man kann nicht mit ihm seyn, ohne selbst besser zu werden« – so urteilt J. P. Eckermann am 28.1.1830 über Frédéric Soret (1795-1865), der auf Empfehlung Goethes von der Erbgroßherzogin Maria Paulowna 1822 zum Erzieher ihres Sohnes Carl Alexander (1818-1901) berufen wurde und in dieser Funktion bis zur Volljährigkeit seines Schülers 1836 in Weimar blieb.

Soret, aus einer Genfer Hugenottenfamilie stammend, aber in St. Petersburg geboren – Mineraloge, Botaniker, Numismatiker und Prinzenerzieher – wurde zu einem der wichtigsten Gesprächspartner Goethes, dessen Enkel Walther gemeinsam mit dem gleichaltrigen Carl Alexander aufwuchs. 1836 kehrte Soret nach Genf zurück. 

Ingrid Rufflar, die 2014 eine quellenreiche Darstellung zur Weimarer pädagogischen Tätigkeit Sorets vorgelegt hat, zeichnet ein Lebensbild dieses engen Vertrauten aus Goethes letztem Lebensjahrzeht.



Mittwoch, 20. Mai 2020, 19.30 Uhr

VHS Bonn / Mühlheimer Platz 1 / 53111 Bonn


»Der ›Abschluß von Jahrtausenden‹. Karl Jaspers als Leser und

Kritiker Goethes«


Vortrag von

PROF. DR. DIETER LAMPING, Mainz


Karl Jaspers, der meistgelesene deutsche Philosoph der Nackriegszeit, erhielt 1947 den Goethepreis der Stadt Frankfurt a. M. Seine Rede zur Verleihung des Preises löste einen Skandal aus, weil er die Frage stellte, wieweit Goethe noch ›unser‹ Zeitgenosse und wieweit er schon historisch geworden sei. Jaspers war ein Verehrer Goethes, der sich in allen seinen großen Schriften auf ihn bezogen, gleichwohl ihn als Menschen einer anderen Zeit verstanden hat.

Die Frage nach der Aktualität Goethes hat er in anderem Zusammenhang wenig später wieder aufgegriffen. Dabei hat er den Akzent auf die unwiederholbare ›Menschlichkeit Goethes‹ gelegt. Der Vortrag folgt im Wesentlichen diesen differenzierten, ebenso klaren wie konkreten Erörterungen des Philosophen.



Dienstag, 23. Juni 2020, 19.00 Uhr (!) Institut Français / Adenauerallee 35 53113 Bonn


»Mignon – die romantischste Figur im Werk Goethes«


Vortrag von

PROF. DR. MICHAEL WETZEL, Bonn


Mignon ist sicherlich die poetischste Figur im Werk Goethes. Ihr Italienlied (»Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn ...«) ist zum Inbegriff der Sehnsucht nach dem Süden geworden. Daß Goethe sie aber als Symbol einer ästhetischen Rechtfertigung des Daseins im Bildungsroman Wilhelm Meister opfert, haben besonders die Frühromantiker ihm übelgenommen. Für sie ist Mignons Tod nur eine Verklärung in einen höheren geistigen Zustand. Aber auch im Werk Goethes hört Mignon nicht auf, in anderen Gestalten wiederzukehren: z.B. in der Ottilie der Wahlverwandtschaften, im Gretchen, ja selbst in der Helena-Figur. Dies wird der Vortrag nach einer kurzen Zusammenfassung des grundlegenden Romans Wilhelm Meisters Lehrjahre zu zeigen versuchen.




Jeweils 19.30 Uhr finden die Veranstaltungen im Januar und April in der Stiftung Pfennigsdorf, Villa Poppelsdorfer Allee 108, 53115 Bonn, im Februar und Mai in der VHS Bonn, Mülheimer Platz 1, 53111 Bonn, die Mitgliederversammlung im März dort um 20.00 Uhr im Raum 3.49 statt. Die Veranstaltung im Juni beginnt um 19.00 Uhr im Institut Français, Adenauerallee 35, 53113 Bonn.


Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.












J.P.Eckermann: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens, hg. v. H. H. Houben. Wiesbaden 1959, S.148 (27.12.1826).


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