Donnerstag, 10. September 2026, 19.00 Uhr
VHS Bonn, Mülheimer Platz 1, 53111 Bonn
>>Karl Wilhelm Jerusalem. Der Mann, der zu Goethes Werther wurde<<
Vortrag von
DR. ISA SCHIKORSKY, Köln
Goethes 1774 erschienener Roman Die Leiden des jungen Werther machte Karl Wilhelm Jerusalem (1747-1772) postum berühmt und unsterblich. Der Jurist aus Braunschweig galt der begeisterten Leserschaft als >Urbild< der Hauptfigur. Tatsächlich einte beide, dass sie am Leben verzweifelten. Doch bereits die Gründe dafür unterschieden sich. Und auch sonst verband Werther und Jerusalem wenig. Zu groß war der Abstand zwischen dem Rebellen und empfindsamen Schwärmer auf der einen Seite, dem ehrgeizigen Staatsbeamten und Rationalisten auf der anderen.
Dass Goethe selbst immer wieder darauf hinwies, sein Romanheld sei erdichtet und trüge Charakterzüge verschiedener Personen, kümmerte das Publikum nicht. Zu gut passte die tragische Selbstmordgeschichte aus unglücklicher Liebe in die empfindsame Zeit. Und so verschwammen die Konturen zwischen Realität und Erfindung immer mehr, Dichtung wurde zur Wahrheit erklärt.
Der Vortrag stellt Karl Wilhelm Jerusalem und die tatsächlichen Motive seines Suizids in den Mittelpunkt.
Dienstag, 10. November 2026, 18.00 Uhr (!)
Stiftung Pfennigsdorf, Poppelsdorfer Allee 108, 53115 Bonn
Mitgliederversammlung 2026
(Eine gesonderte Einladung erfolgt fristgemäß.)
Donnerstag, 03. Dezember 2026, 19.00 Uhr
VHS Bonn, Mülheimer Platz 1, 53111 Bonn
>>Der Fulbert-Stollen von Maria Laach im Spiegel der Geschichte des Tunnelbaus<<
Powerpointpräsentation von
PROF. DR. KLAUS GREWE, Swisttal-Morenhoven
Tunnelbau ist eine enorm schwierige Disziplin des Ingenieurbaus. In den tausend Jahren vom Ende der Römerzeit bis zum Beginn der Neuzeit sind nördlich der Alpen ganze vier Tunnel gebaut worden. Einer davon ist der vermutlich unter dem Maria Laacher Abt Fulbert (1152-1177) gebaute Tunnel zur Hochwasserentlastung am Laacher See. Das Bauwerk zeugt von einem hohen Stand des technischen Wissens der Mönchsingenieure dieser Zeit. Vorbilder waren sicherlich die unter den Römern gebauten Tunnel in Mittelitalien, die wiederum von etruskischen Bauwerken oder den noch früher gebauten Qanaten im alten Iran beeinflusst waren.
Da Tunnelbaupläne oder -skizzen nicht erhalten sind, muss die Konzeption der Tunnelbauten aus den Bauwerken selbst abgelesen werden. Im Vortrag wird die rund 3000-jährige Geschichte des Tunnelbaus beleuchtet. Vom ersten Großtunnel der Geschichte – unter König Hiskias um 700 v. Chr. in Jerusalem gebaut – und dem berühmten Eupalinos-Tunnel auf Samos über die großartigen Bauwerke der Römer bis zu den wenigen Tunnelbauten des Mittelalters spannt sich der Bogen eines packenden Themas der Technikgeschichte.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Informationen über das Programm der VHS Bonn finden Sie auf der Homepage der VHS.
Mein Losungswort ist G e m e i n s i n n ! der sich, wenn er ächt ist, mit W e l t s i n n recht wohl verträgt.
An Friedrich Justin Bertuch, 7. Juni 1803
(WA IV 16, S. 233).